Unsere Philosophie

Mehr Zeit gemeinsam. Das Phänomen Abusizz blickt auf eine lange Tradition zurück.

Schon vor rund 10’000 Jahren haben Säumer und Söldner auf dem Verkehrsweg in der Nähe des Weilers Schwarzsee oberhalb von Zermatt Schutz vor der Dunkelheit der Nacht gesucht. Die Abende waren lang – Geselliges Beisammensein rund um das wärmende Feuer gehörte selbstverständlich dazu. 

Im Laufe der Geschichte hat diese Art und Weise miteinander Zeit zu verbringen einen Namen erhalten: Abusizz. In den heimischen Zermatter Familien wurde dieser sogenannte Abusizz ein fester Bestandteil des Tages. In unserem heutigen Alltag ist dieses gemeinsame Beisammensein und Austauschen zu einer Seltenheit geworden.

Woher auch Zeit und Musse nehmen, um am Kaminfeuer oder in lockerer Runde das zu hören und zu verstehen, was unsere Vorfahren persönlich gesehen, erlebt und einer nächsten Generation sachlich untermauert und spannend erzählt haben?

In einer Zeit von Hektik und Leistungsdruck wollen wir aus den Werten der damaligen „Auge-in-Auge-Information“ neue Kraft und Freude schöpfen. Wollen wir insgeheim nicht alle wieder erleben, was Abusizz bedeutet?

Es geht um einen Lebensstil: Mehr Zeit. Gemeinsam.

8000 BC

Erster Abusizz

Händler die über die transalpine Route vom Aostatal das Mittelwallis erreichten, übernachteten unter der imposant überhängenden Felswand und zelebrierten bereits vor 10 tausend Jahren den Abusizz.

8000 BC

400

Römerzeit

Während der Römerzeit benutzten die Römer den Theodulpass als Heeresstrassen. Möglicherweise wurde Cervino (Matterhorn) vom damaligen Feldherrn Servius Galba abgeleitet.

400

1865

Matterhorn Erstbesteigung

Erstbesteigung des Matterhorns als letzte Herausforderung der Alpen. Durch den dramatischen Absturz wurde der Alpinismus in Szene gesetzt. 

1865

1880

Es werde Licht

Der Tüftler Josef Perren baute das erste Kleinkraftwerk im Wallis und beleuchtete seine Wohnung.

1880

1939

Erste Berghütte mit Strom

Die Fluhalphütte wird als erste Hütte der Schweiz von den Vorfahren der ABUSIZZ Gründer elektrifiziert.

1939

2014

Matterhorn Basecamp

Während dem Matterhorn Basecamp (temporärer Ersatz der Hörnlihütte am Matterhorn) entstand die Idee eines modernen Abusizzes für das neue Jahrtausend.  

2014

Mai 2018

Launch ABUSIZZ Table+

Das traditionelle Zusammensein und sich Austauschen ist nun mit der modernen Technologie verknüpft.

Mai 2018

Januar 2020

Launch ABUSIZZ Lamp+

Das exklusive Erlebnis des ABUSIZZ Table+ in Form einer Designlampe.

Januar 2020

Dem Abusizz auf der Spur

Abri – Prähistorische Fundstelle

Der Archäologieprofessor Alain Gallay von der Universität Genf entwickelte 1983 ein Modell, wie der Mensch in der Urgeschichte den Alpenraum genutzt haben könnte. Um diese Theorie zu überprüfen, suchten 1985 Archäologinnen und Archäologen unter anderem auf dem Gebiet der Gemeinde Zermatt gezielt nach prähistorischen Fundstellen. Sie nahmen dabei auch einen Felsblock unterhalb des Schwarzsees ins Visier.

«Ausgetreten» und fündig geworden!

Bei der Sondierung kamen damals zwar keine Funde zum Vorschein. Als aber während der Sucharbeiten einer der Forscher kurz austreten musste, lenkte er seine Schritte hangwärts Richtung «Schwarze Tschugge». Unmittelbar unter der mächtigen Felswand stehend, bemerkte er, dass diese überhängend ist und eine flache Terrasse vor Niederschlag schützt. Sein menschliches Bedürfnis führte somit zufällig zu einer der wichtigsten archäologischen Entdeckungen im Oberwallis. Sogleich wurde eine Probegrabung angelegt. Nach wenigen Spatenstichen stiess das Archäologenteam auf prähistorische Feuerstellen und Steinwerkzeuge. Das Schweizerische Landesmuseum führte anschliessend 1993, 1996 und 1997 Ausgrabungen im Abri «Schwarze Tschugge» durch. Insgesamt wurde eine Fläche von 22 Quadratmetern freigelegt und dokumentiert. Sämtlicher Aushub wurde durch feinste Siebmaschen geschlämmt, um auch der kleinsten Funde habhaft zu werden.

Eine wahre Fundgrube

Das Team entdeckte mehrere Feuerstellen. Die verprobten Holzkohlen wurden mit der Radiokarbonmethode (14C-Datierung) analysiert. Diese datiert die Feuerstellen in die Mittelsteinzeit, in die Jungsteinzeit sowie in die frühe Bronzezeit; die Fundstelle wurde also zwischen 8000 und 1600 vor Christus aufgesucht! Das Fundmaterial besteht einerseits aus winzigen Bergkristallsplittern, die beim Herstellen der mittelsteinzeitlichen Pfeilspitzen als Abfall zu Boden fielen. Andererseits entdeckten die Archäologen jungsteinzeitliche Funde wie zwei Feuersteindolche, eine Pfeilspitze aus Grüngestein sowie einen Feuerschlagstein. Letzterer war notwendig, um im Hochgebirge ein Feuer zu entfachen. Neben dem Feuerschlagstein benötigte man noch Katzengold und Zunderschwamm (Baumpilz). Mit etwas Übung lässt sich so rasch ein Feuer anzünden. Aus der Bronzezeit stammt ein Keramikgefäss, das einem Koch vor mehr als 2600 Jahren zu Boden fiel und in 31 Scherben zerbarst…

Drei Szenarien denkbar

Was suchte der Mensch damals auf fast 2600 Metern am Fusse des Matterhorns? Die Fundstelle liegt an einer uralten Route, die vom Mittelwallis über das Eringertal und den Col d’Hérens zur Fundstelle «Schwarze Tschugge» führt. Von dort geht es weiter zum Theodulpass Richtung Valtournanche und Aostatal. Es sind drei Szenarien denkbar. Die mittelsteinzeitlichen Jäger und Sammlerinnen nutzten die schützende Felswand als Jagdcamp. Sie machten im Sommer Jagd auf alpines Wild wie Steinbock, Gämse oder Murmeltier. In der Jungsteinzeit diente die Fundstelle als «prähistorische SAC-Hütte» für «Ötzis», die auf dieser transalpinen Route Feuersteine, Muschelschmuck oder Salz zwischen Nord und Süd austauschten. Seit dem Neolithikum und der Bronzezeit dürften Hirten mit ihren Schafen und Ziegen die alpinen Grasfluren als Sommerweide genutzt haben. Alle prähistorischen Berggänger dürften ehrfurchtsvoll den einmaligen Berg oberhalb der «Schwarze Tschugge» bestaunt haben. Das Matterhorn diente wahrscheinlich auch als Wegweiser, um den Rastplatz aufzufinden.